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]]>But above all: I remember all the great people from all over the world that I met. Many of them not only became fellow pilgrims, but they became friends that I no longer want to miss. To all those whom I met on my way, I would like to say thank you! You have made every single moment on the Camino to something special.
Thank you, merci beaucoup, muchas gracias, 감사, tak, heel erg bedankt, danke!
Buen Camino.
Wenn ich an meinen Camino zurückdenke, dann erinnere ich mich an tolle Landschaften, die unterschiedlichsten Herbergen, mal mit, mal ohne Schnarcher, an Cafe con Leche, Stempel, Pilgermenüs, Schmerz und Freude.
Aber vor allem erinnere ich mich an all die tollen Menschen aus der ganzen Welt, die ich kennen lernen durfte. Aus vielen von ihnen wurden nicht nur Mitpilger, sondern sie wurden Freunde, die ich nicht mehr missen möchte. All jenen, denen ich auf meinem Weg begegnen durfte, möchte ich Danke sagen, ihr habt jeden einzelnen Moment auf dem Camino zu etwas Besonderem gemacht.
Thank you, merci beaucoup, muchas gracias, 감사, tak, heel erg bedankt, danke!
Buen Camino.
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Unser Tag beginnt mit einem klassischen Frühstück in einem der vielen Cafés hier in Santiago de Compostela.

Wir sind gestern Abend noch ein wenig im Delorean geblieben und haben den Abend gemütlich mit Cocktails ausklingen lassen, so dass unser Frühstück heute eigentlich schon fast ein Brunch sein könnte. Aber das ist eigentlich auch garnicht wichtig. Uns geht es gut und wir sind glücklich mit dem was wir haben. Und draußen scheint die Sonne vom blauen Himmel. Das Titelbild habe ich aber aus privaten Gründen dann doch lieber mal etwas unkenntlich gemacht. Vermutlich ist die Aussicht von der anderen Seite ebenso unscharf heute früh 
Zu Hause würden wir sagen: „Es gibt Stulle zum Frühstück.“ Hier ist es ein tostada. *hach* 
Mit dieser Stulle können wir es uns jedenfalls recht lange gemütlich einrichten und so starten wir unsere nächste Erkundung durch die Stadt relativ spät. Es ist 11 Uhr 20 als wir vor die Tür des Cafés treten.
Ein ortskundiger Spanier erklärte uns gestern, wir sollten unbedingt auf den Markt gehen. Als wir ihn dann finden stellen wir fest, dass unser Zeitgefüge nicht mit dem Zeitplan des Marktes harmoniert und so sehen wir emsig mit dem Wasserschlauch herumspritzende Aussteller. Es steigt uns etwas fischlastiger Geruch in die Nasen und wir bleiben nicht lange – gibt ja auch nichts zu sehen.
Wir kommen beim Convento e Igrexa das Madres Mercedarias (Kloster und Kirche der Merzedarierinnen) vorbei.

Unser Streifzug geht weiter zum modernen Teil der Innenstadt. Vor uns entfaltet sich ein regelrechter Fächer jeglicher Möglichkeiten der finanziellen Veränderung. Von sehr hochwertigen Labels bis zum Discounter ist alles dabei.
Wir nehmen den Begriff des Schaufensters mal wörtlich und betrachten diverse Geschäfte von außen. Schnell sind wir uns aber unausgesprochen einig, dass wir doch lieber wieder in die Richtung des klassischen Santiago wollen und schlendern am Rand der Altstadt durch den Park Carballeira de Santa Susana.

Park Carballeira de Santa Susana

Park Carballeira de Santa Susana
Neben der Pflanzenwelt aus scheinbar jeder Himmelsrichtung sind hier auch Sportgeräte öffentlich verfügbar, die der einheimische Bewegungsfreund offensichtlich zu schätzen weiß.
Wir halten inne, als wir an einem Aussichtspunkt den Blick über Santiago schweifen lassen können.

Ausblick

Ausblick
Innehalten auf einer Reise der puren Entschleunigung ist auch interessant…
Wir machen uns weiter auf den Weg zurück in die Altstadt und sehen noch das ein und andere nette Kunstobjekt.
Mein persönlicher Horror soll mich wenig später ereilen. Wir sind zurück in der Altstadt und in kleinen engen Gassen unterwegs. Hier reihen sich in der einen Gasse Pulperias wie Perlen auf der Kette aneinander. In anderen Gassen sind wiederum Pilgerfänger unterwegs und wollen ihnen die beste Qualität und den besten Ausflug anpreisen und in der nächsten Gasse gibt es Souvenirs, Souvenirs und … Souvenirs. Aber zurück zu meinem persönlichen Moment der feuchten Hände und Herzklopfens.

ICH…MUSS…WEITER…schnell noch ein Foto…
Wie war das mit Prägung und Erlebnissen in der Kindheit? Da war meine Kindheit wieder höchst präsent. Wir gehen weiter – durch den Eingang hätte mich auch niemand hindurch bekommen.

Man muss nicht überall rein
Wir sind zurück vor der Kathedrale. Wir setzen uns auf den Boden des Platzes und beobachten die Szenerie: ankommende und überglückliche Pilger, zum Teil zu tränen gerührt, Menschentrauben von Kreuzfahrtschiffen, die einem bunten Plastikschildchen nachlaufen und Pilgerfängern.
Pilgerfänger sind ja wirklich kleine spezialisierte Beutefänger. Sie lauern geschickt in der Menge beobachten die Menschen und schlagen dann zu. Nicht einfach wahllos, sondern sehr genau nach Beuteschema. Der eine nur junge Pärchen, die Oma in dunkler Kleidung und Hut nur offensichtlich erschöpfte Pilger, wiederum andere pirschen sich an Pilgern mit technischer Ausrüstung heran. Andere halten plötzlich ihre Kopfbedeckung vor einen und machen ein sehr betroffenen Gesichtsausdruck.
Während dieser Beobachtungen liegen wir derweil rücklings auf dem Platz. Wir haben über den Messenger mit stilisierter grüner Sprechblase Kontakt zu Birgit und fragen, wann sie denn heute in Santiago ankomme. Die Info lautet, dass ungefähr noch eine Stunde Weg vor ihr läge. Und so machen wir es uns erneut gemütlich und warten.
Das Schauspiel auf dem Platz ist wirklich unterhaltsam.
Und so bemerken wir nicht, dass die Zeit wie im Fluge vergeht. Nach eineinhalb Stunden ist Birgit noch nicht zu sehen und wir nehmen erneut Kontakt auf. Wir erfahren, dass sie es sich auf einer Wiese gemütlich gemacht hat.

Wir beschließen weiterhin hier auf Birgit zu warten und sie in Empfang zu nehmen und diesen besonderen Moment für sie im Foto festzuhalten. Somit ist auch die Frage eingangs beantwortet.
Irgendwann wird es im herumziehenden Schatten kühl und wir müssen unsere Liegeposition verlagern. Der Strom an Pilgern wird nicht weniger und so bleibt die sich uns darbietende Szenerie weiterhin ausgesprochen interessant. So gibt es zum Beispiel auch Situationen, dass plötzlich eine Frau rechts hinter mir, ebenfalls auf dem Platz in der Sonne liegend, mehrfach vor sich hin pupst. Oder eine andere Frau aus den hinteren Stehplätzen nach vorne tritt, ebenfalls für laue Lüftchen sorgt und wieder an ihren ursprünglichen Platz verschwindet. Manu und ich sehen uns einige Sekunden wirklich ungläubig an. Vermutlich bringt eine solche Pilgerreise auch eine gewisse Gelassenheit mit sich.
Nach dreieinhalb Stunden sehen wir dann Birgit auf den Platz vor der Kathedrale eintreffen. Es ist 18 Uhr 54!
Ein wirklich schöner Augenblick.
Da wir ja nun bereits schon alte Hasen in Santiago sind begleiten wir Birgit zum Pilgerbüro damit auch sie ihre Compostela bekommt. Während sie in der Warteschlange steht kehren wir in einem Café ein und warten erneut auf sie.
Später begleiten wir sie zu ihrer Unterkunft und verabreden uns zu einem gemeinsamen Abendessen und einem Absacker im Delorean.

Cocktail
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]]>Und so ging ich in die „Vorbereitung“. Ich studierte Erfahrungen anderer Menschen, die sich auf diesen Weg gemacht hatten. Sammelte Informationen rund um das Pilgern. Je tiefer ich in die unterschiedlichsten Details eintauchte, um so mehr stellte sich mir das Vorhaben wiederum in Frage. Will ich, der geplant und organisiert an Situationen heran geht, sich gleichfalls in diese begeben und, was immer da kommt, passieren lassen? Kann man eine 800 km Wanderung planen?
Fragen, Fragen und noch mehr Fragen.
Eine zeitlang passierte nichts weiter. Der Gedanke war aber nun mal da und schlechter zu entfernen als ein Virus im Computer.
Irgendwann meldete ich mal vorsichtig Urlaub bei meinem Arbeitgeber an, der diesmal deutlich länger sein würde, dessen Zeitpunkt aber nur sehr vage sei.

Seite der Kathedrale von Santiago
Heute stehe ich vor der Kathedrale in Santiago de Compostela und frage mich: wo war das Problem?
Nun sind viele, wirklich viele, Kilometer hinter uns und wir sind nicht minder reicher an Erfahrungen geworden. Ein unbeschreibliches Gefühl dort angekommen zu sein, dessen Erreichen von Beginn an nicht das Ziel war.
Schon am ersten gemeinsam Abend mit anderen Pilgern wurde die Frage gestellt: warum gehst du diesen Weg? Ich wusste es nicht. Auf diese Frage hatte ich keine Antwort. Vielmehr beschrieb ich, dass ich einfach mal diesen Weg gehen wolle und vielleicht habe er Antworten für mich, dessen Fragen ich nur noch nicht wisse. Ich wurde etwas ungläubig angeschaut, denn scheinbar hat hier wirklich jeder Pilger irgendeinen Grund diesen Weg zu gehen. Im Kloster von Roncessvalles wurde ich erneut auf meine Aussage hin abgesprochen. Es war ein interessantes Gespräch mit einem Pilger. Vielleicht der entscheidende Schlüsselmoment, der eine Tür in mir öffnete.

Auf dem Platz vor der Kathedrale in Santiago stehend erkenne ich rückwirkend diesen Moment in Roncesvalles als einen der vielen Schlüsselmomente für mich. Während dieser Reise, dessen Form die in jeglicher Hinsicht für mich anstrengendste war, öffneten sich in mir viele weitere Türen. Und das ist gut so!
Zu fragen warum ich diesen Weg ging, ist zu fragen warum die Blätter fallen. Es liegt in ihrer Natur! Vielleicht gibt es eine bessere Frage…
Warum ging ich diesen Weg? Um Gleichgewicht und Harmonie in mir zu schaffen.
Für mich ist die wahre Frage die folgende: wofür lohnt es sich zu gehen?
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]]>Der Beitrag 11:15 Uhr Santiago de Compostela erschien zuerst auf nachher-schlauer.
]]>Die ersten Schritte der letzen Etappe sind noch einfach, dann folgt aber kurze Zeit später ein steiler und langer Anstieg. Lohn des Anstiegs ist dieses Mal der Monte de Gozo (Berg der Freude). Auf einer Tafel lese ich, dass der Name sich auf das große Glücksgefühl bezieht, das die Pilger erfüllte, als sie nach all den Strapazen endlich das ersehnte Pilgerziel Santiago de Compostela vor sich sahen. Ich bin eher nicht glücklich, bedeutet es doch das baldige Ende dieses Abenteuers. Zudem stehen hier schon wieder Trauben von Touristengruppen völlig orientierungslos in der Gegend rum.
An der kleinen Kapelle hier oben besorgen wir uns einen Stempel für unser Credential.

Monte de Gozo
Das Ortsschild von Santiago de Compostela ist relativ schnell erreicht. Der Weg in der Stadt ist laut und hektisch.

Fast am Ziel

Santiago

am Ziel

Santiago
Es ist ein schwer beschreibbares Gefühl dort zu sein, wo die Wegmarkierungen die ganze Reise über hin verwiesen.
Jetzt gibt es keine Hinweise mehr. Keine gelben Pfeile. Keine Muscheln. Und jetzt?
Wir sind angekommen.
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]]>Nach einer heißen Dusche, dem üblichen und routinierten Startszenario verlassen wir unsere Unterkunft, ziehen die Tür hinter uns zu und treten auf die mit Laternen beleuchtete Straße in Ribadiso.

Ribadiso bei Nacht
Auch heute gab es kein Frühstück. Inzwischen ist unser Magen aber daran gewöhnt und die spanische Siesta ist auch nicht mehr wirklich ein Problem für uns. Wir ziehen los.
Drei Straßen weiter endet die Beleuchtung. Wir befinden uns unmittelbar im tief schwarzen Nichts. Irgendwo bellen mehrere -möglicher Weise durch uns geweckte- Hunde. Vor uns eine Unterführung – zumindest hallen unsere Worte von dort wieder zurück. Vor der Sorge ggf. über etwas zu stolpern oder umzuknicken bleiben wir zunächst mal stehen. Was nun? Weiter gehen oder auf die letzte Bank setzen an der wir vor einigen Metern vorbei kamen und auf den Sonnenaufgang warten? Nein! Wir haben es fast vergessen, aber es gibt eine grandiose Erfindung: Apps! Wir öffnen die App „Taschenlampe“ in unserem Handy und gehen weiter. Irgendwann setzen wieder Straßenbeleuchtungen ein – wir sind im nächsten Ort. Die Morgendämmerung setzt wie gehofft ein und mit ihr scheinbar zeitgleich die Zunahme der Pilgerdichte.

Ortsausgang Arzúa
Das Wetter ist uns heute wirklich sehr freundlich gesinnt und sorgt für eine leichte aber geschlossene Wolkendecke. Unglaublich angenehm! Trotz dieses schönen Wetters und der vielen unzähligen Pausen: die Füße beginnen ab ungefähr 30 km zu brennen. Jeder Schritt scheint Blut aus den Füßen in die Beine zu drücken. Egal wie wir den Fuß abrollen, es schmerzt massiv. Wir gehen weiter – sind ja nur noch 11 km.
Irgendwann auf dem Weg brüllt immer wiederkehrend eine Ansage vom Band durch die sonst so ruhige Szenerie. Je weiter wir gehen, um so lauter und deutlicher hören wir es. Unser Weg führt später sogar an die lärmende Quelle. Wir glauben kaum was wir hier sehen: Werbung für eine Herberge! Wären wir jetzt auf der Suche nach einer, diese würden wir wirklich vermeiden.
Weiter geht es durch große Eukalyptuswälder.

Eukalyptuswald

Pause in der Casa Porta de Santiago
Als wir eine kleine Pause einlegen nieselt es ganz leicht vor sich hin. Wir sitzen dennoch draussen und genießen die Abkühlung von oben. Gelegentlich ziehen Pilger an uns vorüber. Wir sprechen über unsere körperlichen Gebrechen wie 100-jährige. Dennoch geht es uns wirklich richtig gut – seltsam.
Wir scheinen bestimmten Menschen ein Zeichen zu senden, das wir nicht bemerken. Es lautet: erzähl uns deine Lebensgeschichte!
So passiert es, dass wir von einer Gruppe älterer deutscher Pilger förmlich überfallen werden und zu hören bekommen, wie toll sie doch alles organisiert haben. Als Bonus erhalten wir noch Weisheiten über das Wetter dazu. Und sowieso ist hier ja alles anders. Dieses ganze Stück der Theaterkunst bekommen wir von bunten, raschelnden Ponchos geboten. Als die Gruppe ihr Schauspiel beendet hat und von der Bühne tritt genießen wir unsere eiskalten Getränke mit einem entspannten lächeln.
Unser Ziel ist noch 6 km entfernt und so machen wir uns dann wieder auf den Weg. Die Frage nach der Uhrzeit stellt sich nicht. Wir verlassen merklich die ländliche Gegend und kommen scheinbar immer näher an eine Stadt. Der Weg führt am Flughafen von Santiago vorbei. Als wir später in Santiago die Heimreise antreten werden, stellen wir fest, dass man mit dem Bus von der Innenstadt Santiago zum Flughafen nur 40 Minuten benötigt.

Flughafen Santiago
Wir erreichen unser Quartier und greifen beim Pilgermenü abermals zu. Für mich gibt es Paella. Wirklich richtig lecker!

Paella
Wir sind nachdenklich: endet doch morgen unser Weg nach nur noch 6 km vor der Kathedrale in Santiago.
Randnotiz: Was ist pollo? Ich habe da eine Videoantwort 
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]]>Auch heute machen wir uns wieder sehr entspannt auf den Weg. Es ist fast halb Neun als wir die ersten Schritte hinter uns haben.
Anklicken um
Dass uns heute zwei Orte zu Pausen verpflichten werden ahnen wir noch nicht und gehen gemütlich unseres Weges. Zwischenzeitlich beginnen wir den Song eines bekannten Schlagerbarden zu verändern und trällern vor uns hin: „It’s a long way to Ribadiso“ … „Ribadiso waits for me“ … „Sha la la la la la la la“
Die Laune ist also bestens und wir albern rum.

Melide

Melide
Es gibt Orte, da muss man einfach einkehren. Zum Beispiel, wenn wir auf „DAS DEUTSCHE CAFE“ treffen. Ganz praktisch: wir bekommen auch hier einen erforderlichen Stempel für unser Credential.

Boente – Pflichtpause 
Es gibt natürlich Kuchen, Kaffee und ein paar deutsche Worte. Herrlich. Wir trödeln mit unserer Zeit heute wirklich etwas rum und bleiben länger als üblich sitzen. Sehr gut, denn wir lernen Daniel aus Vancouver kennen. Ein sehr sympathischer und interessanter Mensch. Er ist Guide für Abenteuertouren und ist nur durch Zufall auf den Camino gelangt. Wir spendieren eine Runde Bier und Wein und versinken in spannende Gespräche. Irgendwann brechen wir dennoch auf. Die bekannte Gruppe Engländer ist bereits schon vor vielen Minuten winkend an uns vorbei gezogen. Wir werden sie bestimmt wiedersehen. Dan hingegen treffen wir nicht wieder.
Unsere zweite Pflichtpause legen wir in einer sehr seltsamen Bar ein. Innen überhaupt nicht beleuchtet, die Ausstattung zudem sehr dunkel und die Dame hinter dem Tresen wirkt sehr schauerlich. Irgendwie fehlt nur noch DIE Duschwanne mit Vorhang von 1960 eines bekannten englischen Filmregisseurs. Vielleicht sind wir selbst aber auch gerade ein bisschen psycho. Wir kaufen zwei verschlossene Getränke und setzen uns nach draußen. Einen Stempel für unser Credential fragen wir nicht an. Vor dem Gebäude sitzt eine einsame Pilgerin, die kurze Zeit später aufbricht. Jeder ankommende Pilger geht hier, ohne eine Rast zu machen, weiter.

Ribadiso
Gegen 13 Uhr sind wir bereits in Ribadiso. Welch ein Glück, denn so kommen wir noch rechtzeitig, bevor die Küche wieder bis 20 Uhr kalt bleibt.
Wir nehmen abermals das Pilgermenü. Es ist eigentlich möglich, die drei Gänge aus unterschiedlichen Speisen zusammenzustellen. Bisher nehmen wir aber häufig das, was wir bereits schon mal probiert haben und mögen. Das kulinarische Experiment mit der lokalen Spezialität in Ponferrada ist einfach noch zu frisch im Gedächtnis.
Nach dem Essen begeben wir uns auf die Terrasse. Manu liest und ich schreibe einen dieser Artikel, mit dem ich jedoch nicht fertig werde. Wir lernen Erika und Murillo aus Brasilien kennen. Es beginnt ein wirklich spannender und lustiger Abend. Die beiden sind Mitte zwanzig, verheiratet und Herbergsbetreiber in Molinaseca. Sie erzählen uns, dass sie vor 5 Jahren nach Spanien ausgewandert sind und die Herberge vor zwei Jahren eröffnet haben. Nun wollen sie wissen, wie es denn so ist als Pilger verkleidet und welche Bedürfnisse/Wünsche entstehen, um somit ihre Herberge besser zu machen als sie bereits ist. Und nebenbei suchen sie nach einem geeigneten Standort für eine zweite Herberge. Zu allem erstaunen können wir den beiden sogar noch etwas neues zeigen: tinto verano. Erika trinkt laut eigener Aussage keinen Alkohol, ist aber die Erste, die das Glas leer hat und sich gern nachschenken lässt.
Der Abend hat noch sehr vielfältige Themen und ist leider wirklich viel zu schnell um.
Morgen wollen wir 41 km hinter uns lassen und das nach Möglichkeit nicht in der prallen Sonne. Wir gehen schlafen und stellen den Wecker auf 5 Uhr.
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]]>Wir haben also im Cosmos eines Pilgers jede Menge Zeit und beginnen daher mit einem Frühstücksbuffet. In Restaurants/Bars haben wir zuweilen oftmals festgestellt, dass der Spanier sehr chaotisch und hektisch wirkt und wir daher schon die eine oder andere Bestellung nicht erhielten – oder sogar ohne Bezahlung gegangen sind (ich berichtete). Hier beim Buffet wird uns sogar ein Platz zugeteilt. Seltsames Volk die Spanier. Zu meinem erstaunen gibt es sogar pan con tomato. Ich muss natürlich zugreifen! Die Frau aus der englischen Gruppe ist zuerst etwas unbeholfen vor der Schale und dem darin enthaltenen Tomatenpüree gestanden und wusste wohl nicht so recht wie das Essen funktionieren soll. Nachdem ich ihr quasi eine indirekte Anleitung gegeben habe greift sie ebenfalls zu.
Als wir uns den zweiten Café con leche holen bricht die Gruppe Engländer bereits auf.
Es ist kurz vor halb Zehn als wir mit unserem Rucksack zur heutigen Kurzstrecke aufbrechen.

Beginn der Etappe nach Melide
Wir kommen abermals durch malerische Dörfchen, werden Zeuge einer störrischen Kuh, die partout nicht auf die Weide will, die der Bauer ausgewählt hat und ich vermeide es in eine kleine Kirche zu gehen…

Irgendwo zwischen Palas del Rej und Melide
Eine solch kleine Kirche, denke ich mir, musst du mal unbedingt von innen sehen. Muss ja nicht immer gleich eine große Kathedrale sein. Die Kirche ist nur durch eine kleine Seitentür zu betreten an der ich den Kopf einziehen muss um ihn mir nicht zu stoßen. Weiter als meine Nase durch die Tür zu stecken traue ich mich aber nicht. Das Gemäuer ist innen so finster, man sieht fast nichts. Ich habe ein Gefühl, als würde irgendwo da drinnen eine Falltür mit direktem Anschluß zu Hölle existieren. Ich höre Schuhe rascheln, also muss jemand im Gebäude sein – vermutlich der Fahrer des Autos hier draussen. Ich drehe um und lasse die Gräber zu meiner Linken bei der Rückkehr zu meinem Weg unbeachtet. Mich schaudert es und trotz der Sonne habe ich Gänsehaut.
Auf dem weiteren Weg sehen wir unzählige Hórreos.
Anklicken umAls wir unsere letzte Pause machen wollen, sehen wir schon das Ortsschild von Melide. Wir sind erstaunt! Auf der heutigen Etappe sind wir so gemächlich unterwegs und sollen jetzt schon am Ziel sein? Wir kehren zunächst mal in ein wirklich hübsches Café ein und nehmen auf der Terrasse im Schatten Platz. Den vorbeiziehenden Pilgern grüßen wir freundlich zu, beobachten die ein und andere gestellte Fotoszene vor einem Springbrunnen und wiederum andere Pilger, die ihre Blasen versorgen. Während wir das betriebsame Pilgervölkchen beobachten, zieht plötzlich die bekannte Gruppe Engländer vorbei. Wo um Himmels Willen haben wir die überholt? Haben wir zwischenzeitlich geschlafen während unser Körper wieder einfach nur lief?

Nach der Pause am Ziel
Das Ortsschild Melide ist keine 5 Meter vom Café in dem wir Pause machen entfernt. Was uns aber an dieser Stelle keiner verraten hat, es soll noch 6 km dauern, bis wir wirklich in Melide sind.
Anklicken umNach dem bisher malerischen Weg begrüßt uns Melide mit einem nicht so schönen Anblick als wir in die Stadt kommen. Der Weg ist karg, immer wieder sehr staubig durch vorbeifahrende Autos.

Melide – der nicht so schöne Teil
Wir beziehen unser Quartier mit einem wirklich sehr schönen Badezimmer zu einem schmalen Euro.

Unterkunft in Melide
Anklicken um
Und was folgt nun? Richtig, die oft beschriebene Prozedur: Duschen, Wäsche waschen, ausruhen und unters Volk mischen 
Wir nehmen direkt im Zentrum der Stadt – am Kreisverkehr – in einer Bar draußen Platz und ordern Spaghetti Bolognese mit Cola und natürlich Tinto verano. Ein deutscher Pilger setzt sich später neben uns an den Tisch. Er scheint sehr für sich zu sein. Er liest den Alchimisten. Er war uns aufgrund seiner Geschwindigkeit auf dem Camino heute schon mehrfach aufgefallen. Er geht sehr langsam und scheint zutiefst in Gedanken versunken. Ebenso durchstreift er zuvor die Straßen rund um den Kreisverkehr bis er sich an den Nachbartisch setzte. In ein Gespräch kommen wir mit ihm jedoch nicht.

Spanische Spaghetti Bolognese
Die Bedienung lächelt uns zu, als wir erneut Tinto verano wollen – ist glaube ich nicht die zweite Bestellung. Wir genießen also den Abend bei untergehender Sonne am idyllischen Kreisverkehr von Melide. Schauen dem zum Teil spannenden Autoverkehr zu, der erstaunlicher Weise unfallfrei bleibt. Sehen wie einheimische sich am öffentlichen Brunnen waschen und wenig später sogar eine Pilgergruppe vorbeiziehen, die mit einem Esel unterwegs ist.

Pilgergruppe mit Esel

Tinto verano
Irgendwann haben wir unseren letzten Tinto verano und gehen weiter, um im nächsten Café Churros als Absacker zu uns zu nehmen.

Churros 
Gehen ist jetzt nicht mehr drin. Wir fühlen uns so rund und pummelig. Aber es war lecker! Wir machen uns auf den Weg zur Unterkunft und hoffen auf Kontakt zu anderen Pilgern. In der Herberge selbst ist Totenstille. Es scheint niemand hier zu sein. Wir ziehen uns ein paar Getränke und was zu knabbern aus dem Automaten und setzen uns in den Innenhof. Dort sind zwei Italienerinnen, die aber offensichtlich ihre Ruhe wollen.
So geht der Tag langsam dem Ende entgegen, im Innenhof der Herberge vor dem Ständer mit unserer Wäsche.
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]]>Der Beitrag Kuckuckspilger erschien zuerst auf nachher-schlauer.
]]>Im Nebel starten wir in Portomarin zu unserer heutigen Kurzstrecke von 21 km. Dabei tauschen wir noch unsere Gedanken über die gestrige Bekanntschaft aus England aus und stellen fest, dass wir noch ein wenig amüsiert über die Reaktion der Dame sind. Jeder geht seinen Weg.
Wir machen in einem Cafe Station für ein Frühstück und gehen dann kurz drauf weiter. Auch heute warten wieder fantastische Ausblicke auf uns. Aber wie ich schon einmal so treffend sagte: Fotos sind leider viel viel zu oberflächlich.
Auf dem weiteren Weg mischen sich immer mehr einzelgängerische Kuckuckspilger unter die bunten Farbtupfer der geselligen Rucksacktierchen. Der Kuckuckspilger an sich ist gut an seinem wesentlich kleineren Rucksack und dem aufrechteren sowie oftmals humpelfreien Gang zu erkennen. Gelegentlich brüllen die Kuckuckspilger das Rucksacktierchen von hinten überholend dann seitlich mit dem Ausruf ¡BUEN CAMINO! an, was wiederum das Rucksacktierchen aufschreckt.
So ein Kuckuckspilger hat es aber auch nicht leicht. Da wird es gemeinschaftlich und gemütlich mit dem Bus an den Startpunkt kutschiert, hat dann Streß das Hotelzimmer mit der besten Aussicht zu beziehen. Rügt das Steak, welches nicht wie bestellt medium gegart auf dem Teller liegt und hechtet dann allein über den Camino auf der Suche nach dem nächsten Treffpunkt. Wir gehen unseren Weg.

Pilgerschrein – ein besonderer von vielen
Als wir unseren Weg weiter gehen kommen wir durch einen Wald in dem es ungewöhnlich laut raschelt. Wir bleiben stehen und beobachten. Zwischenzeitlich ziehen Kuckuckspilger vorüber.

Im Wald sind Kühe – man muss schon genau hinschauen. 
Wir gehen weiter und erreichen überraschend schnell unser heutiges Ziel: Palas del Rej.
Die übliche Routine setzt unausgesprochen ein: duschen, Klamotten waschen, kurz ausruhen und unters Volk mischen 
Randnotiz: wer seinen eigenen Weg geht, kann nicht überholt werden und braucht nicht zu überholen
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]]>Der Beitrag Der Tag beginnt mit … Stufen! erschien zuerst auf nachher-schlauer.
]]>Gestern haben wir ein bisschen gespickt und wissen daher heute, dass unsere Etappe mit einigen bis vielen Stufen nach oben beginnen wird. Aber wir klagen nicht! Die Probe gestern ohne Gepäck verlief erstaunlich leicht. Soll unsere Kondition inzwischen etwa ebenfalls in Sarria angekommen sein? Gut, die Unregelmäßigkeit der Treppe ist dann doch eher mit voller Montur nicht so angenehm.
Der heutige Abschnitt führt uns nach Portomarin. Eigentlich müsste es Nuevo Portomarin heißen, weil der Ort wegen des Baus eines Staudamms auf 400 Höhenmeter verlegt wurde. Ich freue mich auf die Strecke, verspricht sie doch wieder herrliche Ausblicke. Bevor wir Sarria verlassen noch mal einen Blick über die Stadt:

Sarria am 21. April um kurz nach halb Acht
Unser Weg führt uns heute auch an einem der Friedhöfe von Sarria vorbei. Nun kann ich eigentlich ganz gut ohne Fotos von Friedhöfen leben, aber dieser liegt so unmittelbar am Weg, dass ich mich zu einem Foto hinreisse:

Friedhof Sarria – alter Teil

Friedhof Sarria – neuer Teil
Okay es waren zwei Bilder. Wenig später wird es wieder landschaftlich schön und von der Strecke her sehr interessant. Wir werden über eine kleine römische Brücke aus der Stadt geführt und an diversen Feldern vorbei, unter eine Autobahnbrücke bis zu einer Weggabelung. Hier kommt eine weitere Wegalternative des Camino Frances. Wir entscheiden uns nicht für die längere Strecke und nehmen den klassischen Weg.

Wir verlassen Sarria über eine alte römische Brücke

Sarria Autobahnbrücke
Die Autobahnbrücke sollen wir später sogar noch häufiger sehen. Wir gehen irgendwann später auch unter sie hindurch.

Sarria – Weghinweis 113 km
Bevor wir Sarria endgültig verlassen sehen wir nochmal einen Hinweis mit einer Kilometerangabe. Es sind also noch ein paar Kilometer mehr als nur noch die 100 km.
Die Wegalternative würde uns 600m steil Bergauf führen. Wir ziehen den Weg diesseits der Bahngleise vor.

Wegalternative nach Barbadelo
Wir unterqueren die Autobahnbrücke und wenig später überqueren wir dann doch die Bahngleise an anderer Stelle. Auch die so lächelnd ausgelassene Wegalternative nach Barbadelo über den Anstieg holt uns jetzt wieder ein. Vor uns liegt ein sportlicher Anstieg durch ein Waldstück. Wir machen mehrfach Pause und fragen uns wo unsere Kondition bleibt. Vermutlich waren wir einfach zu schnell 

Sarria – Autobahnquerung

Aufstieg durch alten Waldbestand
Während dieses erneuten und sehr steilen Aufstiegs gehen mir seltsame Dinge durch den Kopf – ich versuche mir beruhigende Antworten zu geben und gehe weiter. Irgendwann sind wir dann auch endlich „oben“, werfen einen Blick zurück und sehen – tada: die Autobahnbrücke unter der wir vorhin standen.

Autobahnbrücke von oben
Die Aussicht nach Anstiegen ist immer wieder überwältigend schön. Ich knips schnell ein paar Fotos bevor wir unseren ersten Stempel des Tages für unser Credential holen. Ab heute benötigen wir täglich mindestens zwei davon, damit in Santiago auch ersichtlich ist, dass wir die letzten 100 km auch wirklich zu Fuß gegangen sind.

Aussicht um halb Neun

Typische Bauwerke in dieser Region: Hórreos
Vor uns liegt ein wirklich gemütlicher Abschnitt und später treffen wir jemanden zum Mittag wieder, der uns jetzt schon beobachtet hat. 

Natürliche Hindernisse

Natur

Typische Landschaft in Galizien
Nach ungefähr 13 km machen wir eine Pause mit Sitzen und Getränken. Nebenbei bekommen wir den zweiten Stempel des Tages 

Pause
Wie weit es noch bis Portomarin ist wissen wir garnicht und wir denken darüber nicht im geringsten nach. Wir genießen diese Etappe und sind im jetzt.
Als uns der Hunger umtreibt sind wir gerade durch Zufall an einem Pilgergasthof, der sich wenig später als Geheimtip herausstellt. Wir essen also. Was wir bekommen haut uns fast vom Stuhl. Nicht nur, dass das Ambiente super ist auch die Speisen sind ausserordentlich und heben sich von dem des üblichen Standardbrei deutlich ab. Hier treffen wir auch einen Pilger wieder, der uns viele Dörfer zuvor schon beobachtete. Wir haben ein nettes Pläuschchen und eine wirklich angenehme Mittagspause hier.
Nachdem wir uns gestärkt und ausgeruht wieder auf den Weg machen, stellen wir fest, dass Portomarin nur noch einen Katzensprung weit weg liegt. Es ist jetzt Zehn vor Zwei und haben vielleicht nur noch eine Stunde Weg vor uns. An sich ist das wirklich gut, so kommen wir wenigstens nicht in die unerträgliche Hitze.

Nach dem Mittag: Protomarin ist nicht mehr weit
Auf dem Weg kommen wir an einer Schautafel vorbei, die in internationalen Sprachen und Farben Wege aufzeigt, wie man nach Portomarin gelangen kann. So gibt es ganz deutlich einen Weg für Rad- und Pferdepilger und jene wie wir. Für uns gibt es wiederum zwei Alternativen. Eine leichte und eine schwere. Wir sind gut gestärkt vom leckeren Mittag und entscheiden uns für die interessante Variante.
Der Weg führt uns durch einen schmalen und sehr steilen Pfad – vielleicht gerade mal 1,5 m breit. Ein wirklich spannender Abschnitt der Strecke. Wir sind begeistert, welche Überraschung der Camino für uns immer noch im Köcher hat, sehr wohl wir schon so viele Kilometer hinter uns gelassen haben.
Wir erreichen Portomarin. In der Wehrkirche besorgen wir uns den dritten Stempel des Tages. Die Kirche wurde übrigens ebenfalls hier oben wieder neu aufgebaut. An der ein oder anderen Stelle kann man sogar noch die Kennzeichnung erkennen, mit der die Kirche beim Zerlegen versehen wurde um sie wieder richtig aufbauen zu können.

Portomarin
Unser Quartier ist traumhaft. Wir gönnen uns ein 4-Sterne-Hotel mit traumhaften Ausblick.

Ausblick vom Hotel
Wir lernen am Abend eine Gruppe aus England kennen. Ihnen werden wir auf dem Weg noch häufiger begegnen. Die eine Frau der Gruppe gesteht, dass sie eigentlich keinen richtigen Pilger sind. Sie würden ihr Gepäck mit einem Serviceshuttle von Station zu Station fahren lassen. Begonnen haben sie in Sarria. Ihr ist es sichtlich unangenehm, als wir erklären, dass wir vor nun über 700km im französischen Teil der Pyrenäen begonnen haben und seither unser Gepäck selbst tragen.
Zufrieden genießen wir die Aussicht und unseren Tinto Verano…
Randnotiz: Erstaunlich, dass wir scheinbar garnicht mehr über das Gehen an sich nachdenken – wir tun es einfach. Der Körper läuft und wir sind mal ganz entspannt dabei 
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]]>Hier her zu kommen war aber nicht wirklich einfach, denn der doch eher grummelige Spanier am Schalter im Bahnhof von Ponferrada wollte nicht so recht verstehen. Zusätzlich erklärt er, dass kein Zug von Ponferrada nach Sarria fahren würde. Unbeirrt kaufen wir ein Ticket nach Monforte de Lemos. Dieser Ort ist so nah wie möglich an unserem Ziel.

Monforte de Lemos
Einen Bahnhof weiter erfahren wir dann auch, dass es vermutlich an uns gelegen hat. Unser Ziel haben wir einfach scheinbar falsch betont. Statt das I zu betonen und ein weiches S am Anfang zu verwenden, muss man Sarria mit einem scharfen S beginnen und die Betonung auf das erste A legen. Der freundliche Bahnmitarbeiter in Monforte de Lemos ist zu scherzen aufgelegt und so lernen wir bei ihm die korrekte Aussprache und erhalten – tada – ein Ticket nach Sarria
Doch bis der Zug kommt haben wir noch viel Zeit und machen es uns im Bahnhofscafe bei einer Runde Churos und den üblichen Getränken dazu gemütlich.

Monforte de Lemos
In Sarria selbst starten wir nicht direkt zur ersten Etappe. Wir gönnen uns eine letzte Auszeit und quartieren uns ein. Auf dem Weg durch Sarria scheinen wir auch das spanische Flat Iron entdeckt zu haben.

Sarria
Als wir unser Quartier beziehen beginnen wir mit dem üblichen zur Routine gewordenen Auspacken des Rucksacks, des Wäsche waschens und Versorgung der körperlichen Blessuren.
Ein Highlight hat aber zuvor unsere volle Aufmerksamkeit:

Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur blasen kann.
Wir sind begeistert, als das Gerät sogar warme Luft von sich gibt und somit eindeutig der Föhn sein soll und nicht das Sprachrohr zur Rezeption.
Wenig später durchstreifen wir die Stadt auf der Suche nach etwas gegen den langsam stärker werdenden Hunger. Inzwischen haben wir uns ja tatsächlich an den Umstand gewöhnt, dass hier zwischen 14 und 17 Uhr alles geschlossen ist und die Küche auch erst ab 20 Uhr wieder öffnet. Es sei denn man ist in einer Touristenhochburg. In der Vergangenheit haben wir schon den einen oder anderen Hunger mit einem Müsliriegel aus dem Supermarkt stillen müssen oder zur üblichen Tortilla gegriffen. Wenn der gewöhnliche Spanier wieder aktiv wird, liegen wir meist todmüde in der Koje. 
Es gibt Pizza! Welch ein Genuss nach all dem einheimischen Essen der letzten Tage. Als ich bezahle, sehe ich, wie die komplette Belegschaft (Familie?) beim Essen zusammen sitzt. Scheinbar ist wohl eigentlich geschlossen… Ich bedanke mich und wünsche ¡Buen Provecho!
Sarria an sich ist für uns nun kein wirklich schöner Ort. Zu profitieren scheint die Stadt aber von der Tatsache, dass Sarria der letzte verkehrstechnisch günstig zu erreichende Punkt für die letzten 100 km des Jakobsweges ist.

Sarria
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