…und warten! Die Frage lautet nicht warum, sondern wofĂŒr. đ
Unser Tag beginnt mit einem klassischen  FrĂŒhstĂŒck in einem der vielen CafĂ©s hier in Santiago de Compostela.

Wir sind gestern Abend noch ein wenig im Delorean geblieben und haben den Abend gemĂŒtlich mit Cocktails ausklingen lassen, so dass unser FrĂŒhstĂŒck heute eigentlich schon fast ein Brunch sein könnte. Aber das ist eigentlich auch garnicht wichtig. Uns geht es gut und wir sind glĂŒcklich mit dem was wir haben. Und drauĂen scheint die Sonne vom blauen Himmel. Das Titelbild habe ich aber aus privaten GrĂŒnden dann doch lieber mal etwas unkenntlich gemacht. Vermutlich ist die Aussicht von der anderen Seite ebenso unscharf heute frĂŒh đ
Zu Hause wĂŒrden wir sagen: „Es gibt Stulle zum FrĂŒhstĂŒck.“ Hier ist es ein tostada. *hach* đ
Mit dieser Stulle können wir es uns jedenfalls recht lange gemĂŒtlich einrichten und so starten wir unsere nĂ€chste Erkundung durch die Stadt relativ spĂ€t. Es ist 11 Uhr 20 als wir vor die TĂŒr des CafĂ©s treten.
Ein ortskundiger Spanier erklĂ€rte uns gestern, wir sollten unbedingt auf den Markt gehen. Als wir ihn dann finden stellen wir fest, dass unser ZeitgefĂŒge nicht mit dem Zeitplan des Marktes harmoniert und so sehen wir emsig mit dem Wasserschlauch herumspritzende Aussteller. Es steigt uns etwas fischlastiger Geruch in die Nasen und wir bleiben nicht lange – gibt ja auch nichts zu sehen.
Wir kommen beim Convento e Igrexa das Madres Mercedarias (Kloster und Kirche der Merzedarierinnen) vorbei.

Unser Streifzug geht weiter zum modernen Teil der Innenstadt. Vor uns entfaltet sich ein regelrechter FÀcher jeglicher Möglichkeiten der finanziellen VerÀnderung. Von sehr hochwertigen Labels bis zum Discounter ist alles dabei.
Wir nehmen den Begriff des Schaufensters mal wörtlich und betrachten diverse GeschĂ€fte von auĂen. Schnell sind wir uns aber unausgesprochen einig, dass wir doch lieber wieder in die Richtung des klassischen Santiago wollen und schlendern am Rand der Altstadt durch den Park Carballeira de Santa Susana.

Park Carballeira de Santa Susana

Park Carballeira de Santa Susana
Neben der Pflanzenwelt aus scheinbar jeder Himmelsrichtung sind hier auch SportgerĂ€te öffentlich verfĂŒgbar, die der einheimische Bewegungsfreund offensichtlich zu schĂ€tzen weiĂ.
Wir halten inne, als wir an einem Aussichtspunkt den Blick ĂŒber Santiago schweifen lassen können.

Ausblick

Ausblick
Innehalten auf einer Reise der puren Entschleunigung ist auch interessant…
Wir machen uns weiter auf den Weg zurĂŒck in die Altstadt und sehen noch das ein und andere nette Kunstobjekt.
- Der entspannte Durchblick
- Die zwei Damen vom Park
Mein persönlicher Horror soll mich wenig spĂ€ter ereilen. Wir sind zurĂŒck in der Altstadt und in kleinen engen Gassen unterwegs. Hier reihen sich in der einen Gasse Pulperias wie Perlen auf der Kette aneinander. In anderen Gassen sind wiederum PilgerfĂ€nger unterwegs und wollen ihnen die beste QualitĂ€t und den besten Ausflug anpreisen und in der nĂ€chsten Gasse gibt es Souvenirs, Souvenirs und … Souvenirs. Aber zurĂŒck zu meinem persönlichen Moment der feuchten HĂ€nde und Herzklopfens.

ICH…MUSS…WEITER…schnell noch ein Foto…
Wie war das mit PrĂ€gung und Erlebnissen in der Kindheit? Da war meine Kindheit wieder höchst prĂ€sent. Wir gehen weiter – durch den Eingang hĂ€tte mich auch niemand hindurch bekommen.

Man muss nicht ĂŒberall rein
Wir sind zurĂŒck vor der Kathedrale. Wir setzen uns auf den Boden des Platzes und beobachten die Szenerie: ankommende und ĂŒberglĂŒckliche Pilger, zum Teil zu trĂ€nen gerĂŒhrt, Menschentrauben von Kreuzfahrtschiffen, die einem bunten Plastikschildchen nachlaufen und PilgerfĂ€ngern.
PilgerfĂ€nger sind ja wirklich kleine spezialisierte BeutefĂ€nger. Sie lauern geschickt in der Menge beobachten die Menschen und schlagen dann zu. Nicht einfach wahllos, sondern sehr genau nach Beuteschema. Der eine nur junge PĂ€rchen, die Oma in dunkler Kleidung und Hut nur offensichtlich erschöpfte Pilger, wiederum andere pirschen sich an Pilgern mit technischer AusrĂŒstung heran. Andere halten plötzlich ihre Kopfbedeckung vor einen und machen ein sehr betroffenen Gesichtsausdruck.
WĂ€hrend dieser Beobachtungen liegen wir derweil rĂŒcklings auf dem Platz. Wir haben ĂŒber den Messenger mit stilisierter grĂŒner Sprechblase Kontakt zu Birgit und fragen, wann sie denn heute in Santiago ankomme. Die Info lautet, dass ungefĂ€hr noch eine Stunde Weg vor ihr lĂ€ge. Und so machen wir es uns erneut gemĂŒtlich und warten.
Das Schauspiel auf dem Platz ist wirklich unterhaltsam. đ Und so bemerken wir nicht, dass die Zeit wie im Fluge vergeht. Nach eineinhalb Stunden ist Birgit noch nicht zu sehen und wir nehmen erneut Kontakt auf. Wir erfahren, dass sie es sich auf einer Wiese gemĂŒtlich gemacht hat. đ đ
Wir beschlieĂen weiterhin hier auf Birgit zu warten und sie in Empfang zu nehmen und diesen besonderen Moment fĂŒr sie im Foto festzuhalten. Somit ist auch die Frage eingangs beantwortet.
Irgendwann wird es im herumziehenden Schatten kĂŒhl und wir mĂŒssen unsere Liegeposition verlagern. Der Strom an Pilgern wird nicht weniger und so bleibt die sich uns darbietende Szenerie weiterhin ausgesprochen interessant. So gibt es zum Beispiel auch Situationen, dass plötzlich eine Frau rechts hinter mir, ebenfalls auf dem Platz in der Sonne liegend, mehrfach vor sich hin pupst. Oder eine andere Frau aus den hinteren StehplĂ€tzen nach vorne tritt, ebenfalls fĂŒr laue LĂŒftchen sorgt und wieder an ihren ursprĂŒnglichen Platz verschwindet. Manu und ich sehen uns einige Sekunden wirklich unglĂ€ubig an. Vermutlich bringt eine solche Pilgerreise auch eine gewisse Gelassenheit mit sich.
Nach dreieinhalb Stunden sehen wir dann Birgit auf den Platz vor der Kathedrale eintreffen. Es ist 18 Uhr 54!
- Ankunft Birgit
- Ankunft Birgit
- Ankunft Birgit
- Ankunft Birgit
- Ankunft Birgit
- Ankunft Birgit
Ein wirklich schöner Augenblick.
Da wir ja nun bereits schon alte Hasen in Santiago sind begleiten wir Birgit zum PilgerbĂŒro damit auch sie ihre Compostela bekommt. WĂ€hrend sie in der Warteschlange steht kehren wir in einem CafĂ© ein und warten erneut auf sie. đ SpĂ€ter begleiten wir sie zu ihrer Unterkunft und verabreden uns zu einem gemeinsamen Abendessen und einem Absacker im Delorean.

Cocktail







