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Randnotiz Archive - nachher-schlauer https://www.nachher-schlauer.de/category/randnotiz/ Mon, 26 Oct 2020 11:10:27 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.0.14 https://www.nachher-schlauer.de/wp-content/uploads/2017/01/cropped-camino3-32x32.png Randnotiz Archive - nachher-schlauer https://www.nachher-schlauer.de/category/randnotiz/ 32 32 122099043 Dunkel – konnte doch keiner ahnen! https://www.nachher-schlauer.de/dunkel-konnte-doch-keiner-ahnen/ https://www.nachher-schlauer.de/dunkel-konnte-doch-keiner-ahnen/#respond Tue, 25 Apr 2017 16:04:54 +0000 https://www.nachher-schlauer.de/?p=8253 Der Wecker beendet jegliche Träume. Es ist 5 Uhr! Heute liegen knapp 41 km vor uns und wir wollen unserem Ruf "The German Early Birds" wieder einmal gerecht werden. Während des bisherigen Weges waren wir aber noch nie sooo früh wie heute. Nach einer heißen Dusche, dem üblichen und routinierten Startszenario verlassen wir unsere Unterkunft, ziehen die [...]

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Der Wecker beendet jegliche Träume. Es ist 5 Uhr!
Heute liegen knapp 41 km vor uns und wir wollen unserem Ruf „The German Early Birds“ wieder einmal gerecht werden. Während des bisherigen Weges waren wir aber noch nie sooo früh wie heute.

Nach einer heißen Dusche, dem üblichen und routinierten Startszenario verlassen wir unsere Unterkunft, ziehen die Tür hinter uns zu und treten auf die mit Laternen beleuchtete Straße in Ribadiso.

Ribadiso bei Nacht

Auch heute gab es kein Frühstück. Inzwischen ist unser Magen aber daran gewöhnt und die spanische Siesta ist auch nicht mehr wirklich ein Problem für uns. Wir ziehen los.

Drei Straßen weiter endet die Beleuchtung. Wir befinden uns unmittelbar im tief schwarzen Nichts. Irgendwo bellen mehrere -möglicher Weise durch uns geweckte- Hunde. Vor uns eine Unterführung – zumindest hallen unsere Worte von dort wieder zurück. Vor der Sorge ggf. über etwas zu stolpern oder umzuknicken bleiben wir zunächst mal stehen. Was nun? Weiter gehen oder auf die letzte Bank setzen an der wir vor einigen Metern vorbei kamen und auf den Sonnenaufgang warten?  Nein! Wir haben es fast vergessen, aber es gibt eine grandiose Erfindung: Apps! Wir öffnen die App „Taschenlampe“ in unserem Handy und gehen weiter. Irgendwann setzen wieder Straßenbeleuchtungen ein – wir sind im nächsten Ort. Die Morgendämmerung setzt wie gehofft ein und mit ihr scheinbar zeitgleich die Zunahme der Pilgerdichte.

Ortsausgang Arzúa

 

Das Wetter ist uns heute wirklich sehr freundlich gesinnt und sorgt für eine leichte aber geschlossene Wolkendecke. Unglaublich angenehm! Trotz dieses schönen Wetters und der vielen unzähligen Pausen: die Füße beginnen ab ungefähr 30 km zu brennen. Jeder Schritt scheint Blut aus den Füßen in die Beine zu drücken. Egal wie wir den Fuß abrollen, es schmerzt massiv. Wir gehen weiter – sind ja nur noch 11 km.

Irgendwann auf dem Weg brüllt immer wiederkehrend eine Ansage vom Band durch die sonst so ruhige Szenerie. Je weiter wir gehen, um so lauter und deutlicher hören wir es. Unser Weg führt später sogar an die lärmende Quelle. Wir glauben kaum was wir hier sehen: Werbung für eine Herberge! Wären wir jetzt auf der Suche nach einer, diese würden wir wirklich vermeiden.

Weiter geht es durch große Eukalyptuswälder.

Eukalyptuswald

 

Pause in der Casa Porta de Santiago

Als wir eine kleine Pause einlegen nieselt es ganz leicht vor sich hin. Wir sitzen dennoch draussen und genießen die Abkühlung von oben. Gelegentlich ziehen Pilger an uns vorüber. Wir sprechen über unsere körperlichen Gebrechen wie 100-jährige. Dennoch geht es uns wirklich richtig gut – seltsam.

Wir scheinen bestimmten Menschen ein Zeichen zu senden, das wir nicht bemerken. Es lautet: erzähl uns deine Lebensgeschichte!
So passiert es, dass wir von einer Gruppe älterer deutscher Pilger förmlich überfallen werden und zu hören bekommen, wie toll sie doch alles organisiert haben. Als Bonus erhalten wir noch Weisheiten über das Wetter dazu. Und sowieso ist hier ja alles anders. Dieses ganze Stück der Theaterkunst bekommen wir von bunten, raschelnden Ponchos geboten. Als die Gruppe ihr Schauspiel beendet hat und von der Bühne tritt genießen wir unsere eiskalten Getränke mit einem entspannten lächeln.

Unser Ziel ist noch 6 km entfernt und so machen wir uns dann wieder auf den Weg. Die Frage nach der Uhrzeit stellt sich nicht. Wir verlassen merklich die ländliche Gegend und kommen scheinbar immer näher an eine Stadt. Der Weg führt am Flughafen von Santiago vorbei. Als wir später in Santiago die Heimreise antreten werden, stellen wir fest, dass man mit dem Bus von der Innenstadt Santiago zum Flughafen nur 40 Minuten benötigt.

Flughafen Santiago

 

Wir erreichen unser Quartier und greifen beim Pilgermenü abermals zu. Für mich gibt es Paella. Wirklich richtig lecker!

Paella

Wir sind nachdenklich: endet doch morgen unser Weg nach nur noch 6 km vor der Kathedrale in Santiago.

 

 

Randnotiz: Was ist pollo? Ich habe da eine Videoantwort 🙂

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Kuckuckspilger https://www.nachher-schlauer.de/kuckuckspilger/ https://www.nachher-schlauer.de/kuckuckspilger/#respond Sat, 22 Apr 2017 19:15:36 +0000 https://www.nachher-schlauer.de/?p=8113 Wir sind zufrieden! Im Nebel starten wir in Portomarin zu unserer heutigen Kurzstrecke von 21 km. Dabei tauschen wir noch unsere Gedanken über die gestrige Bekanntschaft aus England aus und stellen fest, dass wir noch ein wenig amüsiert über die Reaktion der Dame sind. Jeder geht seinen Weg. Wir machen in einem Cafe Station für [...]

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Wir sind zufrieden!

Im Nebel starten wir in Portomarin zu unserer heutigen Kurzstrecke von 21 km. Dabei tauschen wir noch unsere Gedanken über die gestrige Bekanntschaft aus England aus und stellen fest, dass wir noch ein wenig amüsiert über die Reaktion der Dame sind. Jeder geht seinen Weg.

Wir machen in einem Cafe Station für ein Frühstück und gehen dann kurz drauf weiter. Auch heute warten wieder fantastische Ausblicke auf uns. Aber wie ich schon einmal so treffend sagte: Fotos sind leider viel viel zu oberflächlich.

 

Auf dem weiteren Weg mischen sich immer mehr einzelgängerische Kuckuckspilger unter die bunten Farbtupfer der geselligen Rucksacktierchen. Der Kuckuckspilger an sich ist gut an seinem wesentlich kleineren Rucksack und dem aufrechteren sowie oftmals humpelfreien Gang zu erkennen. Gelegentlich brüllen die Kuckuckspilger das Rucksacktierchen von hinten überholend dann seitlich mit dem Ausruf ¡BUEN CAMINO! an, was wiederum das Rucksacktierchen aufschreckt.

So ein Kuckuckspilger hat es aber auch nicht leicht. Da wird es gemeinschaftlich und gemütlich mit dem Bus an den Startpunkt kutschiert, hat dann Streß das Hotelzimmer mit der besten Aussicht zu beziehen. Rügt das Steak, welches nicht wie bestellt medium gegart auf dem Teller liegt und hechtet dann allein über den Camino auf der Suche nach dem nächsten Treffpunkt.  Wir gehen unseren Weg.

Pilgerschrein – ein besonderer von vielen

 

Als wir unseren Weg weiter gehen kommen wir durch einen Wald in dem es ungewöhnlich laut raschelt. Wir bleiben stehen und beobachten. Zwischenzeitlich ziehen Kuckuckspilger vorüber.

Im Wald sind Kühe – man muss schon genau hinschauen. 🙂

 

Wir gehen weiter und erreichen überraschend schnell unser heutiges Ziel: Palas del Rej.

 

Die übliche Routine setzt unausgesprochen ein: duschen, Klamotten waschen, kurz ausruhen und unters Volk mischen 😀

 

Randnotiz: wer seinen eigenen Weg geht, kann nicht überholt werden und braucht nicht zu überholen

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Der Tag beginnt mit … Stufen! https://www.nachher-schlauer.de/der-tag-beginnt-mit-stufen/ https://www.nachher-schlauer.de/der-tag-beginnt-mit-stufen/#respond Fri, 21 Apr 2017 13:25:49 +0000 https://www.nachher-schlauer.de/?p=8051 Wir haben frisch gewaschene Wäsche, sind gut ausgeruht und voller Tatendrang heute zu unseren letzten 100 km aufzubrechen. Der Proviant ist aufgefüllt und macht unseren Rucksack jeweils noch mal um 1 bis 2 kg schwerer. Gestern haben wir ein bisschen gespickt und wissen daher heute, dass unsere Etappe mit einigen bis vielen Stufen nach oben beginnen wird. [...]

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Wir haben frisch gewaschene Wäsche, sind gut ausgeruht und voller Tatendrang heute zu unseren letzten 100 km aufzubrechen. Der Proviant ist aufgefüllt und macht unseren Rucksack jeweils noch mal um 1 bis 2 kg schwerer.

Gestern haben wir ein bisschen gespickt und wissen daher heute, dass unsere Etappe mit einigen bis vielen Stufen nach oben beginnen wird. Aber wir klagen nicht! Die Probe gestern ohne Gepäck verlief erstaunlich leicht. Soll unsere Kondition inzwischen etwa ebenfalls in Sarria angekommen sein? Gut, die Unregelmäßigkeit der Treppe ist dann doch eher mit voller Montur nicht so angenehm.

Der heutige Abschnitt führt uns nach Portomarin. Eigentlich müsste es Nuevo Portomarin heißen, weil der Ort wegen des Baus eines Staudamms auf 400 Höhenmeter verlegt wurde. Ich freue mich auf die Strecke, verspricht sie doch wieder herrliche Ausblicke. Bevor wir Sarria verlassen noch mal einen Blick über die Stadt:

Sarria am 21. April um kurz nach halb Acht

 

Unser Weg führt uns heute auch an einem der Friedhöfe von Sarria vorbei. Nun kann ich eigentlich ganz gut ohne Fotos von Friedhöfen leben, aber dieser liegt so unmittelbar am Weg, dass ich mich zu einem Foto hinreisse:

Friedhof Sarria – alter Teil

 

Friedhof Sarria – neuer Teil

 

Okay es waren zwei Bilder. Wenig später wird es wieder landschaftlich schön und von der Strecke her sehr interessant. Wir werden über eine kleine römische Brücke aus der Stadt geführt und an diversen Feldern vorbei, unter eine Autobahnbrücke bis zu einer Weggabelung. Hier kommt eine weitere Wegalternative des Camino Frances. Wir entscheiden uns nicht für die längere Strecke und nehmen den klassischen Weg.

Wir verlassen Sarria über eine alte römische Brücke

 

Sarria Autobahnbrücke

 

Die Autobahnbrücke sollen wir später sogar noch häufiger sehen. Wir gehen irgendwann später auch unter sie hindurch.

Sarria – Weghinweis 113 km

 

Bevor wir Sarria endgültig verlassen sehen wir nochmal einen Hinweis mit einer Kilometerangabe. Es sind also noch ein paar Kilometer mehr als nur noch die 100 km.

Die Wegalternative würde uns 600m steil Bergauf führen. Wir ziehen den Weg diesseits der Bahngleise vor.

Wegalternative nach Barbadelo

 

Wir unterqueren die Autobahnbrücke und wenig später überqueren wir dann doch die Bahngleise an anderer Stelle. Auch die so lächelnd ausgelassene Wegalternative nach Barbadelo über den Anstieg holt uns jetzt wieder ein. Vor uns liegt ein sportlicher Anstieg durch ein Waldstück. Wir machen mehrfach Pause und fragen uns wo unsere Kondition bleibt. Vermutlich waren wir einfach zu schnell 🙂

Sarria – Autobahnquerung

 

Aufstieg durch alten Waldbestand

 

Während dieses erneuten und sehr steilen Aufstiegs gehen mir seltsame Dinge durch den Kopf – ich versuche mir beruhigende Antworten zu geben und gehe weiter. Irgendwann sind wir dann auch endlich „oben“, werfen einen Blick zurück und sehen – tada: die Autobahnbrücke unter der wir vorhin standen.

Autobahnbrücke von oben

 

Die Aussicht nach Anstiegen ist immer wieder überwältigend schön. Ich knips schnell ein paar Fotos bevor wir unseren ersten Stempel des Tages für unser Credential holen. Ab heute benötigen wir täglich mindestens zwei davon, damit in Santiago auch ersichtlich ist, dass wir die letzten 100 km auch wirklich zu Fuß gegangen sind.

Aussicht um halb Neun

 

Typische Bauwerke in dieser Region: Hórreos

 

Vor uns liegt ein wirklich gemütlicher Abschnitt und später treffen wir jemanden zum Mittag wieder, der uns jetzt schon beobachtet hat. 🙂

Natürliche Hindernisse

 

Natur

 

Typische Landschaft in Galizien

 

Nach ungefähr 13 km machen wir eine Pause mit Sitzen und Getränken. Nebenbei bekommen wir den zweiten Stempel des Tages 🙂

Pause

 

Wie weit es noch bis Portomarin ist wissen wir garnicht und wir denken darüber nicht im geringsten nach. Wir genießen diese Etappe und sind im jetzt.

Als uns der Hunger umtreibt sind wir gerade durch Zufall an einem Pilgergasthof, der sich wenig später als Geheimtip herausstellt. Wir essen also. Was wir bekommen haut uns fast vom Stuhl. Nicht nur, dass das Ambiente super ist auch die Speisen sind ausserordentlich und heben sich von dem des üblichen Standardbrei deutlich ab. Hier treffen wir auch einen Pilger wieder, der uns viele Dörfer zuvor schon beobachtete. Wir haben ein nettes Pläuschchen und eine wirklich angenehme Mittagspause hier.

Nachdem wir uns gestärkt und ausgeruht wieder auf den Weg machen, stellen wir fest, dass Portomarin nur noch einen Katzensprung weit weg liegt. Es ist jetzt Zehn vor Zwei und haben vielleicht nur noch eine Stunde Weg vor uns. An sich ist das wirklich gut, so kommen wir wenigstens nicht in die unerträgliche Hitze.

Nach dem Mittag: Protomarin ist nicht mehr weit

 

Auf dem Weg kommen wir an einer Schautafel vorbei, die in internationalen Sprachen und Farben Wege aufzeigt, wie man nach Portomarin gelangen kann. So gibt es ganz deutlich einen Weg für Rad- und Pferdepilger und jene wie wir. Für uns gibt es wiederum zwei Alternativen. Eine leichte und eine schwere. Wir sind gut gestärkt vom leckeren Mittag und entscheiden uns für die interessante Variante.

Der Weg führt uns durch einen schmalen und sehr steilen Pfad – vielleicht gerade mal 1,5 m breit. Ein wirklich spannender Abschnitt der Strecke. Wir sind begeistert, welche Überraschung der Camino für uns immer noch im Köcher hat, sehr wohl wir schon so viele Kilometer hinter uns gelassen haben.

 

 

Wir erreichen Portomarin. In der Wehrkirche besorgen wir uns den dritten Stempel des Tages. Die Kirche wurde übrigens ebenfalls hier oben wieder neu aufgebaut. An der ein oder anderen Stelle kann man sogar noch die Kennzeichnung erkennen, mit der die Kirche beim Zerlegen versehen wurde um sie wieder richtig aufbauen zu können.

Portomarin

 

Unser Quartier ist traumhaft. Wir gönnen uns ein 4-Sterne-Hotel mit traumhaften Ausblick.

Ausblick vom Hotel

 

Wir lernen am Abend eine Gruppe aus England kennen. Ihnen werden wir auf dem Weg noch häufiger begegnen. Die eine Frau der Gruppe gesteht, dass sie eigentlich keinen richtigen Pilger sind. Sie würden ihr Gepäck mit einem Serviceshuttle von Station zu Station fahren lassen. Begonnen haben sie in Sarria. Ihr ist es sichtlich unangenehm, als wir erklären, dass wir vor nun über 700km im französischen Teil der Pyrenäen begonnen haben und seither unser Gepäck selbst tragen.

Zufrieden genießen wir die Aussicht und unseren Tinto Verano…

 

Randnotiz: Erstaunlich, dass wir scheinbar garnicht mehr über das Gehen an sich nachdenken – wir tun es einfach. Der Körper läuft und wir sind mal ganz entspannt dabei 🙂

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Bus ist auch ganz schön https://www.nachher-schlauer.de/bus-ist-auch-ganz-schoen/ https://www.nachher-schlauer.de/bus-ist-auch-ganz-schoen/#respond Wed, 12 Apr 2017 10:00:00 +0000 https://www.nachher-schlauer.de/?p=7848 Neben dem großartigen Abend gestern kommen wir auch zur Überzeugung, dass die nächste Etappe nach Estella landschaftlich nicht so schön sein wird und wir daher den Bus von Puente la Reina nach Estella nehmen.  Ich kaufe beim Fahrer zwei Tickets nach Estella. Wir nehmen Platz.  Die Fahrt ist nicht wirklich spannend, neben der Schnellstraße sehen [...]

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Neben dem großartigen Abend gestern kommen wir auch zur Überzeugung, dass die nächste Etappe nach Estella landschaftlich nicht so schön sein wird und wir daher den Bus von Puente la Reina nach Estella nehmen. 

Ich kaufe beim Fahrer zwei Tickets nach Estella. Wir nehmen Platz. 

Die Fahrt ist nicht wirklich spannend, neben der Schnellstraße sehen wir die bekannten Rucksacktierchen laufen. Wir schauen uns ohne Worte an und scheinen beide sagen zu wollen: „Alles richtig gemacht.“

Die Einfahrt nach Estella ist ernüchternd. An sich stellen wir auch fest, dass die Stadt ihrem Beinamen „La Bella“ nicht gerecht wird. Sehr großer und industrieller Ort. 

In Estella treffen wir später unsere Mitpilger wieder. Alle erzählen uns getrennt und unabhängig, dass die Strecke überhaupt nicht schön gewesen sei. Nochmal alles richtig gemacht. Obwohl das Pilgerfeeling sich ein bisschen von uns wendet. 

Wir besuchen den örtlichen Supermarkt und werden beim Durchqueren eines Kreisverkehrs von zwei älteren Damen mit ¡Hola chicos! förmlich angebrüllt. Zunächst reagieren wir nicht, da wir nicht davon ausgehen man könnte uns meinen. Dann jedoch kommt uns eine dritte Dame nachgelaufen – woher die auch plötzlich kam – und will uns den rechten Weg weisen. Wir geben zu verstehen, dass wir uns nicht verlaufen hätten und lediglich in den Supermarkt da vorne wollen. Puh, das ging ja mal noch gerade gut. Wer weiß was alles passiert bei so viel Aufregung.

Im Supermarkt finden wir ein paar Kleinigkeiten und machen uns davon wenig später in einem Park ein gemütliches Picknick. So ein bisschen Pilgerfeeling kommt wieder zurück.

Randnotiz: Manu hat vom Busfahren eine weitere Blase bekommen! Wie geht das? 😅

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Roncesvalles in Sicht! https://www.nachher-schlauer.de/roncesvalles-in-sicht/ https://www.nachher-schlauer.de/roncesvalles-in-sicht/#respond Sat, 08 Apr 2017 14:20:00 +0000 https://www.nachher-schlauer.de/?p=7703 Der Abstieg, welch eine Tortur! Und wir sind noch nicht ganz unten. Roncesvalles liegt dabei sogar noch auf 900 Metern! Ich freue mich auf das Kloster, bedeutet es doch "angekommen" zu sein und den Tag ausklingen zu lassen. Bei der Begrüßung im Kloster werden wir gleich gefragt welche Sprache wir bevorzugt sprechen würden und [...]

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Der Abstieg, welch eine Tortur! Und wir sind noch nicht ganz unten. Roncesvalles liegt dabei sogar noch auf 900 Metern!

Ich freue mich auf das Kloster, bedeutet es doch „angekommen“ zu sein und den Tag ausklingen zu lassen.

Bei der Begrüßung im Kloster werden wir gleich gefragt welche Sprache wir bevorzugt sprechen würden und schon wurden wir auf deutsch angesprochen und eingewiesen. Wow!

Für ein paar Euro bekommen wir eine Nummer für unser Bett, ein Pilgermenü in der Casa Sabina und sogar ein desayuno am nächsten Morgen.

Das Pilgermenü besteht aus drei Gängen. Die Nachspeise ist entweder ein Apfel oder ein Joghurt. Unsere Pilger-Freundin nimmt sich beides. Und meint auf Hinweis des Kellners, sich nur eines der beiden zu nehmen: „It’s okay.“ und stellt sich beides auf den Tisch. Eine von vielen lustigen Szenen des Abends. Eigentlich kann sie gut Englisch ist aber total verpeilt an diesem Abend 😂

Dan aus England isst mit uns gemeinsam und wir haben weitere nette Gespräche.

Den Abend verbringen wir mit unserer Camino-Familie bis zur Pilger-Mitternacht (22 Uhr) draussen, gemütlich mit einigen Getränken und vielen interessanten Gesprächen. Ein unglaublicher Abend!

Randnotiz: unvergesslich unvergleichbar, unbezahlbar, tiefgründig! Danke.

Roncesvalles

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Aufbruch nach Roncesvalles https://www.nachher-schlauer.de/aufbruch-nach-roncesvalles/ https://www.nachher-schlauer.de/aufbruch-nach-roncesvalles/#respond Sat, 08 Apr 2017 06:10:00 +0000 https://www.nachher-schlauer.de/?p=7663 Nach einem typisch französischem Frühstück starten wir am Samstagmorgen zum zweiten Teil des Aufstiegs in die Pyrenäen. Zuvor habe ich aber noch etwas Spaß in der Duschkabine. Jeder Pilger bekam eine Münze, mit der er eine bestimmte Zeit lang warmes Wasser in der Dusche bekommt. Da ich die Zeit unter der Dusche optimieren wollte [...]

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Nach einem typisch französischem Frühstück starten wir am Samstagmorgen zum zweiten Teil des Aufstiegs in die Pyrenäen.

Zuvor habe ich aber noch etwas Spaß in der Duschkabine. Jeder Pilger bekam eine Münze, mit der er eine bestimmte Zeit lang warmes Wasser in der Dusche bekommt.

Da ich die Zeit unter der Dusche optimieren wollte verteilte ich also schon vor dem Einwurf der Münze entsprechend Duschgel auf meinem Körper. Und danach nahm das Ereignis seinen Lauf. Mir viel die Münze auf die Erde und kullerte gefährlich nahe am Abfluss vorbei und fast rüber zur Nachbardusche… Ich sah mich schon in Schlappen, Seife am Körper und im Handtuch gewickelt zum Check-In laufen, aber ich sollte nochmal Glück haben.

Orisson

Die Münze dennoch in diesen Automaten in einer ganz bestimmten Drehung hineinzubekommen war dann die vermutlich erste Geduldsprobe für viele Pilger, denn zwischen Wand und Schlitz des Automaten passt nicht einmal eine Hand…

Nach diesen ersten Ereignissen des Tages und dem allgemeinen Austausch wie „gut“ wir alle geschlafen hatten, fanden sich viele beim gemeinsamen Frühstück zusammen.

Suki saß erneut neben mir, brach aber sehr zügig zum Aufstieg auf.

Randnotiz: wieder eine Strecke mit vielen Kurven…

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Grandioser Abend https://www.nachher-schlauer.de/grandioser-abend/ https://www.nachher-schlauer.de/grandioser-abend/#respond Fri, 07 Apr 2017 21:50:11 +0000 https://www.nachher-schlauer.de/?p=7656 Wow! Ich weiß gar nicht was ich zuerst schreiben soll. Der restliche Tag und der Abend in Orrison waren so unglaublich! Nach der Ankunft haben wir etwas erlebt, dass wir sicherlich noch viele Jahre später erzählen werden: Check-In und Chicken liegen halt eben sprachlich doch ziemlich dicht beisammen. "Chicken in 30  minutes. Okay?" 😂😂 Wir [...]

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Wow! Ich weiß gar nicht was ich zuerst schreiben soll. Der restliche Tag und der Abend in Orrison waren so unglaublich!

Nach der Ankunft haben wir etwas erlebt, dass wir sicherlich noch viele Jahre später erzählen werden: Check-In und Chicken liegen halt eben sprachlich doch ziemlich dicht beisammen. „Chicken in 30  minutes. Okay?“ 😂😂

Wir genießen den Tag nach unserem Bezug des Zimmers auf der Terrasse der Herberge am Hang der Pyrenäen.

Das Zimmer teilen wir mit vier weiteren Pilgern. Unter anderem mit Katja und Robin sowie einem kanadischen Ehepaar.

Wie sich später in der Nacht herausstellt war der Kanadier nicht nur Baumfäller sondern auch Besitzer eines entsprechenden Sägewerks gleich mit dazu.

Das gemeinsame Abendessen mit allen Pilgern war ein 3-Gänge-Menü. Es gab Gemüsesuppe als Vorspeise, dann als Hauptgang Schweinebraten mit Bohnen (…) und als Nachtisch ein Stück Kuchen.

Nach dem Essen folgte eine Vorstellung aller Pilger. Es ist unglaublich woher die Pilger alle kommen. So saß an diesem Abend Suki aus Süd Korea zum Beispiel neben mir. Eine Frau aus Australien mit einer bewegenden Geschichte ihres Grundes den Weg zu gehen. Dan aus Birmingham/England. Einer super sympathischen Dänin aus Kopenhagen. Jim und Paula aus Kalifornien….Weitere Pilger aus Slowenien, Russland, Holland, Belgien, Argentinien.

Eine Frau sagte sinngemäß sie sei nicht alt, nur ihr Körper sei nicht mehr der jüngste. Später erfuhren wir, dass sie 74 ist.

Der Abend war lang, sehr interessant und emotional.

Randnotiz: Schubladen sind praktisch für Dinge und eben nur für solche zu verwenden…

Orisson

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Orisson erreicht https://www.nachher-schlauer.de/orisson-erreicht/ https://www.nachher-schlauer.de/orisson-erreicht/#respond Fri, 07 Apr 2017 12:19:16 +0000 https://www.nachher-schlauer.de/?p=7654 Wie steil kann so ein (ich will nicht fluchen) Berg sein!? Die Pausen während des Aufstiegs habe ich irgendwann nicht mehr gezählt... Nun sind wir froh endlich an einer Station angekommen zu sein und entscheiden uns ohne viel Zögern für das Bleiben in der Herberge Orisson. Der Tag ist noch relativ früh (14.30 Uhr) [...]

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Wie steil kann so ein (ich will nicht fluchen) Berg sein!? Die Pausen während des Aufstiegs habe ich irgendwann nicht mehr gezählt…

Nun sind wir froh endlich an einer Station angekommen zu sein und entscheiden uns ohne viel Zögern für das Bleiben in der Herberge Orisson. Der Tag ist noch relativ früh (14.30 Uhr) als wir ankommen.

Randnotiz: nach jeder Kurve des Weges nimmt man nur Anlauf bis zur Nächsten

Orisson

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Die erste Blase https://www.nachher-schlauer.de/die-erste-blase/ https://www.nachher-schlauer.de/die-erste-blase/#respond Thu, 06 Apr 2017 20:12:42 +0000 https://www.nachher-schlauer.de/?p=7638 Unsere Anreise von Bremen über London Stansted nach Biarritz war richtig gut. Keine Probleme, Verspätungen und sogar Plätze mit guter Beinfreiheit in der Rayanair Maschine. In Stansted begrüßte uns die Sonne. Herrliche fünf Stunden Wartezeit unter blauem Himmel bis zum Anschlussflug und einem ersten "Pilgermenü á la Airport".  Die Rucksackdichte stieg in Stansted ebenfalls [...]

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Unsere Anreise von Bremen über London Stansted nach Biarritz war richtig gut. Keine Probleme, Verspätungen und sogar Plätze mit guter Beinfreiheit in der Rayanair Maschine.

In Stansted begrüßte uns die Sonne. Herrliche fünf Stunden Wartezeit unter blauem Himmel bis zum Anschlussflug und einem ersten „Pilgermenü á la Airport“.  Die Rucksackdichte stieg in Stansted ebenfalls bemerkenswert an. 😁

Wie kam es nun zur ersten Blase?

Dazu muss man wissen, dass Biarritz Airport etwa 7km von unserem Übergangshotel entfernt liegt. Als angehender Pilger nimmt man natürlich nicht den Bus und „übt“ schon Mal. Das ganze Vorhaben selbstverständlich auch wieder bei bester Abendsonne.

Beim Abflug in Bremen haben wir uns bequeme Sachen angezogen und somit auch typische Standardsocken, welche Manu zum Verhängnis wurden.

Somit durften wir gleich -noch bevor es überhaupt los ging- schon mal Blasenpflaster kleben 😁

Den Abend ließen wir im La Dinette ausklingen. Und was sollen wir sagen: so eine unglaublich sympathische Bedienung (die einzige übrigens an dem Abend). Es war ein durchweg gelungener Abend mit einem unterhaltsamen Sprachenmix mit der Bedienung zwischen Französisch, Englisch, Spanisch und Deutsch. Und ihr Schuldeutsch  war richtig putzig.

Wir ließen den Abend bei einem gemütlichen Essen und zwei Glas Wein ausklingen.

Doch bevor es am nächsten Morgen los gehen sollte genossen wir das Hotel Cote Basque in Bayonne ohne zu wissen was uns am nächsten Morgen ungeplantes erwarten würde…

Randnotiz: sehr schöne Altstadt in Bayonne

Hotel Bayonne

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Testgelände und der Untertitel https://www.nachher-schlauer.de/testgelaende-und-der-untertitel/ https://www.nachher-schlauer.de/testgelaende-und-der-untertitel/#respond Wed, 15 Feb 2017 22:18:38 +0000 https://www.nachher-schlauer.de/?p=7558 So ganz ungeübt geht es natürlich nicht auf die knapp 800 km Tour über die Pyrenäen und durch Nordspanien. Der Ausspruch "Ich mach' dann mal Pause..." ist ein zum Teil mit letztem Atem hervorgebrachter Ausruf mit der Ergänzung "...diese Aussicht hier ist einfach großartig". Natürlich ließ es sich nicht verbergen, dass die Aussicht nur ein vorgeschobener Grund [...]

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So ganz ungeübt geht es natürlich nicht auf die knapp 800 km Tour über die Pyrenäen und durch Nordspanien.

Der Ausspruch „Ich mach‘ dann mal Pause…“ ist ein zum Teil mit letztem Atem hervorgebrachter Ausruf mit der Ergänzung „…diese Aussicht hier ist einfach großartig“. Natürlich ließ es sich nicht verbergen, dass die Aussicht nur ein vorgeschobener Grund war und die Aussichten mit dem Fortschreiten der Wanderung bzw. im Vergleich zu den absolvierten Höhenmetern überdurchschnittlich häufiger und sprichwörtlich atemberaubender wurden. 🙂

Am Ende jeden Streifzuges gab es entsprechende Belohnungen in verschiedenster Form/Farbe und Geschmack. Nach dem Erklimmen des Teufelsstiegs im Harz war eine heiße Suppe ganz klar der Favorit und wir waren „nachher schlauer“, denn bei frühlingshaften Temperaturen im Tal mit leichter Bekleidung startend überraschte uns das Wetter ab ca. 600 Metern Höhe mit Schnee, Eis und Dauerwind. Wer konnte auch nur im geringsten Ansatz ahnen, dass im März in 1.141 Metern Höhe noch tiefster Winter herrscht – jetzt wissen wir es ganz gewiss. 🙂

In der Galerie sind ein paar Impressionen unseres Testgeländes vom Thüringer Wald, über den Harz bis zur Mosel, Rhein und Nahe zu sehen.

Randnotiz: noch 50 Tage …

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