Inzwischen gelten wir als „The German Early Birds!“. Als die Sonne gerade über die Berge kommt sind wir bereits unterwegs. Die langen und heißen Etappen der vergangenen Tage haben uns das zeitige Aufbrechen gelehrt.
Der Abschnitt heute wird nicht so furchtbar lang, aber dafür wieder stetig bergab führen. Wir haben unsere Wasservorräte aufgefüllt und freuen uns auf den nächsten Ort. Obwohl: die Freude liegt mehr bei mir, da in Ponferrada eine Templerburg steht. Manu hingegen hat das tägliche Ein- und Auspacken des Rucksacks wirklich leid. Eine gewisse Routine hat sich bei ihm aber dennoch eingestellt.
Nach 7 km kommen wir durch einen kleinen Ort Namens Riego de Ambrós.




Wir gehen ohne eine Pause weiter. Erst in Molinaseca, weitere 5km, wollen wir eine kleine Rast einlegen.

Molinaseca – Iglesia de San Nicolás
Molinaseca liegt an einem kleinen Fluss, der offensichtlich im Sommer zu einem Freibad aufgestaut werden kann. Ich finde das Areal ganz spannend und knipse ein paar Fotos, während Manu genüßlich ein Bierchen trinkt und seine geschundenen Füße lüftet.

Molinaseca – Flussbad

Molinaseca – Flussbad

Römische Brücke über den Río Meruelo
Unser heutiges Ziel Ponferrada liegt in weiteren 7 km Entfernung. Da wir heute ausgesprochen gut voran gekommen sind bleiben wir etwas länger sitzen und versuchen dabei möglichst nicht durch die uns umgebende Geruchswolke aufzufallen. Es ist erstaunlich, aber der Pilger an sich scheint einen ganz eigenen Geruch anzunehmen – ob er will oder nicht. Denn trotz der frisch gewaschenen Kleidung riecht sie nach kurzer Zeit wieder wie wochenlang getragen.
Während wir unserer Pause im Halbschatten frönen, eilen an uns hastig ein paar Pilger vorbei. Was die bloß so ein Eile versetzt? Andere Pilger wiederum scheinen sich an ihren Sticks oder Pilgerstäben förmlich heranzuziehen. Wir beobachten das Schauspiel noch eine Weile und brechen dann selbst wieder auf – ohne Sticks 🙂

Ponferrada Templerburg
So eine Templerburg ist schon imposant und hat auch Auswirkungen auf die lokalen Preise. Wir merken sofort, dass wir in einem touristisch interessanteren Ort sind als bisher.

Ponderrada – Basílica Nuestra Señora de la Encina
Wir lassen uns vom Hunger in ein Restaurant führen und finden die Beschreibung einer Speise recht ansprechend und ordern zwei Mal eine lokale Spezialität. Was wir wenig später bekommen, entspricht so gänzlich nicht unserer Erwartungen und Manu hätte es fast vom Tisch verjagt.

Eine lokale Spezialität
Geschmacklich irgendwie ganz lecker – zumindest im selben Geschmack wie die dazugehörige Vorsuppe 🙂 Nur die Form der Darreichung bringt auch mich wenig später vom Essen ab. Manu war nach zwei Kartoffeln mit Kichererbsen sehr schnell satt.
Wir streifen im Anschluß dieser kulinarischen Exkursion noch ein wenig durch die Stadt und nehmen dann vertraute Dinge zu uns.

Über Kalorien müssen wir uns aktuell ja nun wirklich keine Sorgen machen 🙂

Japanischer Blauregen
Wir lassen uns an diesem Ort für eine Nacht nieder und setzen morgen zu unserem Startpunkt der letzten 100 km über.
